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Interview mit der GTA-Schulsanitätsdienst

Interview mit der GTA-Schulsanitätsdienst

Interviewer: Lukas, Josefine und Timur

Würdest du dich als allererstes kurz vorstellen?

Ich bin Richard Werner aus der zehnten Klasse und bin schon seit Anfang der GTA da, habe also schon vieles mit organisiert.

Was hat dich denn motiviert, in die GTA zu gehen, beziehungsweise die GTA mitzugründen?

Mich hat generell das Berufsfeld interessiert, weil es auch mein Ziel war, später in die sanitätsdienstliche Richtung zu gehen. Und es macht auch einfach den Schulalltag schöner, wenn man weiß, es könnte vielleicht was passieren und dann kann man helfen.

Hat es Situationen gegeben, in denen dir Kenntnisse aus der GTA schon einmal außerhalb der Schule geholfen haben?

Also mir persönlich nicht, aber einem ehemaligen Mitglied. Das war auf dem Weg zur Schule und eine ältere Person war auf dem Fahrrad gestürzt, hatte sich verletzt und dann eine blutende Wunde gehabt. Die Person konnte erste Hilfe leisten und helfen.

Kriegt man bei euch eigentlich einen Erste-Hilfe-Schein, den man auch für seinen Führerschein oder andere Sachen braucht?

Offiziell ist es nicht vorgesehen, aber man kann gerne unsere Leitung fragen. Die schaut dann natürlich, ob man auch oft genug da war und sie das Gefühl hat, dass man diese Erste-Hilfe-Sachen anwenden kann. Man muss dann noch eine kleine Bearbeitungsgebühr zahlen, aber die beim DRK (Deutsches Rotes Kreuz) klären gerade intern, ob es zukünftig auch ohne Gebühr und für alle GTA-Mitglieder möglich ist.

Eure Leitung ist also gar nicht von der Schule, sondern vom Roten Kreuz?

Ja, unserer Leiterin ist vom DRK und es gibt noch einen Bufdi, also jemanden vom Bundesfreiwilligendienst, der oft den Kurs leitet. Und dazu gibt es eine organisatorische Ebene drüber, die mit der Schule organisiert, dass die GTA überhaupt stattfindet.

Reden wir mal über eure Arbeit in der Schule. Wo hängt denn in der Schule der Defibrillator?

Also es gibt in dem Sanitätsraum von der Sporthalle, einen Defibrillatorkasten, gestiftet von der Böhren-Steiger-Stiftung. Angeblich soll da mal einer drin gewesen sein. Uns wurde nie berichtet, dass einer dort aufgehangen wurde, dass es geplant wird oder sonst irgendwas zu den Thema. Wir wurden einfach generell nicht in diese Planung mit einbezogen. Seit ich weiß, dass es diesen Kasten gibt, habe ich darin auch noch nie einen Defibrillator gesehen. Ich weiß nur, dass generell in Sachsen geplant ist, dass jede Schule einen Defibrillator bekommen soll. Dabei geht es darum, dass auch die Schulen allgemein in Erste-Hilfe-Maßnahmen besser ausgestattet werden. Aber bei uns an der Schule haben wir jetzt nichts explizit mitbekommen, außer dass es einen leeren Kasten gibt.

Weißt du dann, warum es an unserer Schule noch keinen gibt, wenn das jetzt Vorschrift ist?

Ich habe verschiedene Dinge gehört. Von, nur der Kasten ist aufgehangen worden und das rechtliche Zeug, muss noch geklärt werden, bis hin, dass er geklaut wurde. Also dazu kann ich jetzt wirklich nichts Genaues sagen.

 Okay. Bei welchen Situationen seid ihr denn als Erste-Hilfe-GTA so im Einsatz?

Angefangen hat es vor zwei Jahren mit den Garden Games. Die haben wir zum Ende des Schuljahres abgesichert, als großes Team von fünf oder sechs Leuten. Zu dieser Zeit waren wir noch Mehr. Und danach haben wir dann auch weiterhin den Sponsorenlauf, Nordlichter und andere kleinere Veranstaltungen in der Schule abgesichert. Dann gab es auch eine Zeit, wo wir die Pausen mit beaufsichtigt haben, also vor allem die Frühstückspause. Das war dann ab diesem Jahr leider nicht mehr möglich, weil wir einfach zu Wenige waren. Aber es war auch mehr da, um uns selber als GTA zu präsentieren, damit die Schüler wissen, es gibt uns und wir können Hilfe leisten, wenn ihr sie braucht. Und ansonsten haben wir noch eine allgemeine Alarmbereitschaft über eine App auf dem Handy, über die uns das Sekretariat alarmieren kann. Dann bekommen wir einen Alarm, der auch funktioniert wenn das Gerät stummgeschaltet ist. Dann wissen wir, was so ungefähr passiert ist und wo, und können Hilfe leisten.

Und bei welcher Schulveranstaltung seid ihr dann besonders gestresst?

Also bei uns in der Schule gibt es keine Veranstaltung, die vom Sanitätsdienstlichen her stressig ist, also wo es ein ganz großes Risiko gibt. Wir haben ja nicht so ein knallhartes Metal-Event oder sowas, wo die Leute sich mit Bier zusaufen und es dann Kreislaufprobleme oder Ähnliches gibt. Was eher stressig ist, ist das Organisatorische, vor allem bei so großen Events wie dem Sponsorenlauf. Da ist dann vor allem die Kommunikation schwierig.

Wie viele Einsätze hattet ihr bisher?

Wir hatten ja das komplette letzte Jahr und dann noch die paar Monate aus diesem und dem vorletzten Jahr. Da kommen wir, wenn man alles zusammenzählt, vielleicht auf 15, maximal 20 Einsätze. Wenn man die Bereitschaften bei Schulveranstaltungen dazunimmt vielleicht drei, vier mehr. Also es ist wirklich nicht viel, was wir an Einsätzen haben. Zwar passiert schon noch mehr in der Schule, aber wir als GTA werden dja nicht überall gebraucht.

Was sind die häufigsten Verletzungen in der Schule?

In der Schule sind es am häufigsten PECH-Verletzungen, also Sportverletzungen. Die heißen nicht so, weil wir sagen: „die hatten halt Pech, ist uns egal“, sondern weil wir die nach einem Schema behandeln das PECH heißt.

Kannst du das irgendwie erklären, so dass man es etwas besser versteht?

Das Schema heißt PECH, weil die einzelnen Buchstaben für Handlungen stehen, mit denen wir die Verletzung behandeln. Das P steht für Pause, also dass die Aktivität (z.B. der Sport) unterbrochen wird. Das E steht für Eis, dass man die verletzte Stelle kühlt. C steht für Compression, dass man mit einer Binde den Kühlakku fixiert und auch nochmal ein bisschen Druck drauf ausübt. H steht für Hochlagern, damit in den Verband nicht so viel Blut reinkommt.

Generell ist das das Ziel des Ganzen, die verletzte Stelle ruhig zu stellen und die Blutung zu minimieren, um Hämatome, also Blutergüsse, zu verhindern, damit die Heilung schneller geht. Jede Minute, die man länger braucht bis zum Kühlen, ist dann auch ein Tag länger, den es braucht, damit es komplett abgeheilt ist.

Ah, krass. Was ist denn eigentlich die beste Pause für euch? Die, wo gar nichts passiert oder die, wo ihr ganz vielen Schülern helfen könnt?

Wie gesagt, beaufsichtigen wir die Pausen nicht mehr, aber an sich würde ich sagen, dass man sich schon ein bisschen freut, wenn man was zu tun hat. Etwas Kleines, einfach um das, was man gelernt hat, auch anwenden zu können und auch um ein bisschen Erfahrung zu sammeln. Aber an sich ist es natürlich auch schön, wenn es allen Schülern und Schülerinnen gut geht.

Würdest du jetzt gerne noch Etwas loswerden? Ich habe zwischen den Zeilen durchgehört, dass ihr euch vielleicht wünschen würdet, ein bisschen mehr Teilnahme an eurer GTA zu haben.

Genau, das ist so komplett richtig. Zur Zeit sind wir leider nur drei Leute und es sieht auch so aus, als würden wir alle nächstes Jahr gehen. Dann würde die GTA natürlich nicht mehr funktionieren, weshalb es cool wäre wenn noch mehr Leute zu uns kommen würden.

Am besten auch schon dieses Jahr, da es schon wichtig ist, dass man vor Bereitschaften bei Schulveranstaltungen einen gewissen Zeitvorschuss hat um alles zu lernen. Dann kann man auch von den jetzigen Mitgliedern noch Einiges lernen. Es können auch nur Leute mitmachen, die dann zu so einer Bereitschaft oder Einsätzen bereit wären.

Wenn sich spätestens nächstes Jahr niemand meldet, geht die GTA leider verloren, was sehr schade wäre.

Infos für die Leute, die Interesse daran hätten, bei uns mitzumachen: unsere GTA ist mittwochs von 15:45 Uhr bis 16:45 Uhr in der A211. Mitmachen kann man, indem man einfach mal in so einer Gruppenstunde zu uns kommt, sich mit dazusetzt und sich anguckt, ob es einem gefällt. Nach ein, zwei Schnupperstunden würde man sich dann endgültig entscheiden, ob man mitmachen möchte oder nicht.

Wer dann viel Wissen, Motivation und Lust hat, kann auch bei Einsätzen mitmachen. 

Vielen Dank für dieses wunderbare Gespräch. 

Bitteschön.

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