Jugend debattiert: Mit Argumenten aufs Podest.
„Jugend debattiert“ ist ein bundesweiter Schülerwettbewerb, bei dem Jugendliche lernen, fair, sachlich und argumentativ zu debattieren. Der Vorentscheid findet jedes Jahr an vielen Schulen in Deutschland statt, genauso wie an unserer , wo wir live vor Ort waren und Interviews geführt haben.

Wir haben mit Susann Kaboth, einer Organisatorin von Jugend debattiert, gesprochen und ihr ein paar Fragen gestellt:
Was findest du am Debattieren am interessantesten?
Ich mag den Zwang, sich mit anderen Perspektiven, die nicht der eigenen entsprechen, auseinanderzusetzen. Heute sind alle nur noch in ihren Blasen unterwegs. Nur noch selten muss man sich mit Lebensrealitäten auseinandersetzen, die man nicht kennt.
Was lernt man bei Jugend debattiert?
Man lernt bei Jugend debattiert, auf das Vorhergesagte einzugehen und das Ganze auch inhaltlich zu bearbeiten. Sich inhaltlich mit einem Gegenargument zu befassen und die Schwächen und Stärken der anderen Argumentation aufzuzeigen, ist eine wertvolle Kompetenz.
Was würdest du empfehlen, wie man sich am besten auf Jugend debattiert vorbereitet?
An erster Stelle sollte die Sachanalyse stehen. Wenn man alle Pro- und Kontra-Argumente kennt, muss man wie bei allen Kompetenzen üben. Das Anknüpfen an das, was vorher gesagt wurde, die Struktur einer guten Eröffnungs- oder Schlussrede und das Wichten von Gegenargumenten kann man glücklicherweise auch bei weniger komplexen Themen üben. Mein Favorit bei den Scherzfragen bleibt: Soll Frankreich mit Käse überbacken werden?
Was macht ein gutes Argument aus?
Ein gutes Argument passt seine Erläuterungen und Beispiele immer dem Publikum, den Mitdebattanten und der Streitfrage an. Es sollte gut recherchiert sein und auch dahingehend erprobt werden, ob es der Prüfung der Gegenseite standhalten kann.
Wird außerhalb von Jugend debattiert zu wenig debattiert?
Nein, aber nicht gut. Es wird dem Vorredner nicht zugehört, Argumente werden nicht gewichtet.
Stirbt das Debattieren aus?
Nein, gerade an Schulen und Universitäten und in allen demokratischen Gremien wird fair gestritten. Dennoch kann man gerade an Schulen noch sehr viel mehr debattieren: Sollen wir zur Klassenfahrt nach Dresden fahren? Soll an unserer Schule Blockunterricht eingeführt werden? Soll unser Essensanbieter immer mindestens ein veganes Essen anbieten müssen?
Ein richtig schlechtes Argument gegen die Schulpflicht:
Wegen der Schulpflicht hat man nicht mehr genug Zeit, seinen Lieblingsstreamern beim Zocken zuzuschauen!
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