
Wie kommt man eigentlich auf die verrückte Idee, mit Schülern zusammen Bienen zu züchten?
Im Studium hatte ich die Möglichkeit, bei einem Professor zu lernen, wie man Bienen hält und imkert. Gleichzeitig wurden wir darauf vorbereitet, wie man das mit Schülern an Schulen umsetzt und worauf man dabei achten muss. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich es zunächst als Hobby weitergeführt und später als Lehrer auch an Schulen angeboten habe.
Was war nötig, um die Idee zu realisieren?
Für den Start braucht man relativ viel Geld. Zum Glück hat unser Förderverein von Anfang an die Finanzierung übernommen. Pro Bienenvolk, das von drei bis vier Schülern betreut werden kann, benötigt man etwa 500 Euro. Mit acht Kästen lagen die Anfangskosten bei rund 4.000 Euro. Mittlerweile hat sich das Projekt durch den Honigverkauf weitgehend selbst finanziert.
Wo sollte Honig möglichst nicht landen?
Problematisch sind vor allem schwer zu reinigende Stellen, etwa Ritzen oder poröse Oberflächen. Auf Schuhen bleibt Honig lange kleben und lässt sich oft nur durch Waschen entfernen. Auch auf Steinböden zieht er ein und ist schwer zu beseitigen.
Schmeckt Honig aus unterschiedlichen Jahren anders?
Die größten Geschmacksunterschiede entstehen durch die Blüten, die die Bienen anfliegen. Allerdings beeinflusst auch das Wetter den Geschmack. In heißen Sommern sammeln die Bienen oft Nektar mit höherem Feuchtigkeitsanteil, wodurch sich der Geschmack des Honigs leicht verändern kann.
Wer hat mehr Stress – die Biene oder der Imker?
Definitiv die Biene. Zwar ist auch die Imkerei körperlich anstrengend und in der Saison sehr zeitintensiv, doch die Bienen arbeiten ihr ganzes Leben unter hoher Belastung. Zusätzlich sorgen Imker durch regelmäßige Kontrollen für weiteren Stress.
Bienen sind für mich …
… sehr spannende Insekten, an denen man viel lernen kann. Besonders faszinierend ist ihre demokratische Entscheidungsfindung, wenn ein Bienenschwarm ein neues Zuhause sucht.
Gibt es etwas, das mehr Menschen über Bienen wissen sollten?
Viele glauben, die Honigbiene sei vor allem ein Naturschutztier. Tatsächlich ist sie eher ein landwirtschaftliches Nutztier wie Schweine oder Rinder. Für den Naturschutz sind vor allem die Wildbienen wichtig. In Deutschland gibt es über 550 Wildbienenarten, darunter die Mauerbiene oder die Holzbiene. Sie bestäuben viele verschiedene Pflanzenarten und stehen zunehmend unter Druck. Deshalb sollten wir sie besser schützen.
Wie kommt man eigentlich an Bienen?
Man kann komplette Bienenvölker bei Züchtern kaufen und liefern lassen. Viele Imker haben sich auf die Zucht von Bienenvölkern spezialisiert. Außerdem kann man aus einem bestehenden Volk ein neues bilden oder Bienen über Kleinanzeigen erwerben.
Vielen Dank für das Interview.

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